"Eine schlechte Angewohnheit kann man nicht einfach aus dem Fenster werfen. Man muss sie die Treppe runterboxen. Stufe für Stufe." Mark Twain

Ausbildung

1987 – 1989

Abitur „Käthe Kollwitz Schule“ Berlin

1989 - 1991

Ausbildung als Redakteurin an der Tageszeitung "Tribüne"

1991

Fortbildung "Henri Nannen Schule" bei Wolf Schneider

1994 -1998

Studium der Sozialpädagogik an der Alice-Salomon Fachhochschule Berlin, Diplomarbeit: Kinder vergewaltigter  Frauen“, Abschluss: Diplom-Sozialpädagogin (FH) mit der Abschlussnote „Sehr gut"

2008 – 2016

Studium der Psychologie, Universität Potsdam, Schwerpunkt: Klinische und Pädagogische Psychologie, Diplomarbeit: „Weil ich ein Mädchen bin...“ - Evaluation des ZAREKI-J – Dyskalkulie und Rechenangst im Zusammenhang mit Geschlechterstereotypen“, Abschluss: Diplom-Psychologin mit der Abschlussnote „Sehr gut“

2012

Ausbildung zur Entspannungstrainerin „Progressive Muskelrelaxation“ (PMR) nach Jacobsen bei Prof. Dr. Esser an der Universität Potsdam

2013

Ausbildung in "Klientenzentrierte Gesprächsführung" nach Carl Rogers an der Universität Potsdam bei Dr. Lutz Marschner

2017

Train the Trainer - Seminar - Zertifizierte Kursleiterin für die Stressprävention und -bewältigung „Gelassen und sicher im Stress“ (GKM, Institut für Gesundheitspsychologie Marburg, Prof. Dr. Gerd Kaluza (entspricht den Anforderungen des § 20 SGB V)

seit 2019

Therapieausbildung als systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin und systemische Beraterin bei der Gesellschaft für systemische Therapie (GST) Berlin

Stationen in der Praxis

seit 2020

Selbständig als Psychologin

2012- 2018

Anstellung als Sozialpädagogin und Psychologin bei der Comhard Bildung und Personalentwicklung GmbH

seit 2005

Tätigkeit als Dozentin u. a. zu den Themen Coaching, Beratung, Stressprävention und -bewältigung, Entspannungsverfahren, psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz, psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, Supervision und kollegiale Fallberatung

1996 - 2004

Sozialpädagogische Arbeit im Strafvollzug (Justizvollzugsanstalt Plötzensee (JVA), Insassenarbeit mit jugendlichen drogenabhängigen  Frauen ) und bei verschiedenen Drogenhilfeträgern (Drogennotdienst, Kokon; ambulante Drogentherapie) in Berlin

1991-1994

Arbeit als selbständige Redakteurin bei diversen Tageszeitungen

Über mich oder wie ich zu meinem Koffer kam

An dieser Stelle habe ich mich entschieden, etwas mehr auszuholen. Nicht nur, weil schon so einiges in meinem Leben passiert ist. Ich glaube, dass der erste Schritt, sich Hilfe und Unterstützung zu holen leichter fällt, wenn Sie wissen, mit wem Sie es zu tun bekommen. Deshalb erzähle ich Ihnen an dieser Stelle von mir und Sie entscheiden, ob Sie zuhören mögen.

Angefangen hat alles …

…in Mecklenburg. Meine Familie war gebeutelt von Krieg, Schuld und Trauma. Viele von uns oft unfähig Familie zu leben. Dennoch ist es meine Sehnsucht nach einer großen Familie, die mich begleitet, seitdem ich denken kann. Eine Familie, in der man voneinander weiß, die sich unterstützt, stolz mit- und aufeinander ist, Krisen erlebt, ausgelassen feiert, Zeit miteinander verbringt und in Familie geborgen von dieser Welt geht.

Ich spürte früh, dass meine Sensoren übermäßig arbeiten – immer und überall. Die vielen schweren Erkrankungen meines Vaters machten den Alltag als Familie zudem nicht leicht. Ich bemerkte die Schwingungen in der Familie, übernahm sie in meine Welt und manövrierte mich unaufhaltsam in die Rolle der sensibel Vertrauten, Beobachterin und Schlichterin und war selten Kind. 

Der Umzug nach Berlin mit 6 Jahren war einschneidend. Ich hatte das erste Mal in meinem Leben Koffer packen müssen. Ohne Freunde und Freude saß ich auf den halb ausgebauten Betonstufen in einem Neubaugebiet, welches nie meine Heimat wurde, schwänzte die 1. Klasse und übte unaufhörlich Berlinerisch, um den Hänseleien wegen meines Dialekts auf dem Schulhof zu entgehen. Ich schaffte das und fand ein großes Glück in dieser anfangs ungeliebten Klasse – eine Freundin, die ich bis heute an meiner Seite weiß und damit Freundschaft, die meiner Sehnsucht nach einer großen Familie eine neue Dimension gab: Freunde können Familie bereichern und Lücken schließen. Was für ein Schatz.

Wertvolle Erfahrungen durch redaktionelle Arbeit und hinter Berliner Tresen

Nach dem Abitur startete ich mein berufliches Wirken indem ich einer meiner Leidenschaften nachging – dem Schreiben. Ich begann ein Volontariat bei einer Tageszeitung. Dem folgten redaktionelle Tätigkeiten in diversen Redaktionen in ganz Deutschland, jedoch mit besonderer Faszination für das Verfassen von Berichten aus Gerichtssälen.

Darüber gab es erste Berührungspunkte im Bereich der sozialen Arbeit speziell in den Berliner Justizvollzugsanstalten: Wie verlassen (junge) Menschen in diesen Institutionen scheinbar angelegte Wege, was und wer unterstützt sie dabei und wie kann „das draußen“ gelingen und warum gelingt es so oft nicht? Diese und weitere Fragen brachten mich auf den Weg, ich studierte Sozialpädagogik und finanzierte mein Studium mit Arbeit hinter Tresen in der Berliner Innenstadt. Ich vertiefte im Studium Schwerpunkte zu abweichendem Verhalten, Sucht und Drogenabhängigkeit sowie ungewollten Kindern. Die Arbeit mit Schuld und Trauma in Familien gewann bereits zu dieser Zeit an Bedeutung in meinem beruflichen Wirken. 

Ich machte Fortbildungen, studierte Fachliteratur und vor allem sprach und arbeitete ich vermehrt mit Menschen und deren Familien, die von Traumata durch den 2. Weltkrieg betroffen waren.

Strafvollzug, Drogenarbeit und ein Unfall

Es folgten viele Jahre sozialpädagogische Arbeit im Strafvollzug mit jugendlichen drogenabhängigen Frauen, bei Drogenhilfeträgern und bei Bildungsträgern in Berlin. Ich lernte in Krisen zu intervenieren, zu beraten und zu akzeptieren, das kleine Schritte immer gehen und die Menschen stark sind - auch in Süchten und manchmal gerade dann. Ich stützte Familien auf neuen Wegen, Grenzen zu ziehen und im Umgang mit Verlusten. Erneut begegneten mir Familiengeschichten, die von Krieg und Schuld geprägt waren und deren Folgen diejenigen belasteten, die vom Krieg verschont worden waren.

Ich feierte gemeinsame Erfolge nach Entgiftungen und erfolgreichen Therapien, freute mich über Neuanfänge und lernte Rückschritte zu respektieren und Entscheidungen, ein Leben nicht mehr weiter zu führen, anzunehmen.  Zusätzlich dozierte ich an Schulen und Universitäten zu Drogen und ihren Wirkungen und übernahm die Öffentlichkeitsarbeit des Notdienstes für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin e. V.

Ein schwerer Arbeitsunfall beendete mein Wirken in der Berliner Drogenhilfe und führte mich in eine Krise. Jedoch aus dem großen Verlust der Arbeit mit Drogenabhängigen entstand ein neues Ziel: Ich wollte mein Wissen erweitern, um meinen Glauben daran, dass jeder Mensch in sich trägt, was ihn leitet, mit Fakten zu untermauern.

Neue Herausforderungen und Koffer packen

Ich begann ein Studium der Psychologie und machte an der Universität Potsdam einen Abschluss in Klinischer Psychologie. Die Kinder und Jugendlichen fokussierte ich dabei besonders, besuchte erste psychologische und Gesundheitskongresse  und entdeckte meine Leidenschaft für Prävention: Nicht erst wirken, „wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist“, aufklären, um „Brunnenstürze“ zu vermeiden und das möglichst früh und flächendeckend.  Zusätzlich faszinierte mich das Thema Stress und der Umgang damit sehr, so dass ich mich bei Prof. Dr. Gerd Kaluza als Trainerin ausbilden ließ, zusätzlich eine Zertifizierung als Entspannungstrainerin erwarb und parallel begann, erste Seminare zu diesen Themen zu konzipieren und durchzuführen. 

In meiner anschließenden Tätigkeit als Psychologin bei einem in Berlin ansässigen Bildungsunternehmen beriet und intervenierte ich erneut in Krisen – dieses Mal Langzeitarbeitslose sowie Menschen mit multiplen psychischen Störungen – wieder in den Brunnen Gefallene. Gleichzeitig begann ich mit der selbständigen Erarbeitung und Durchführung diverser Trainings, Fortbildungen und Schulungen. Ich beteiligte mich an Personalentwicklung im Unternehmen, begann zu führen und zu leiten. Coachings, Fortbildungen, Sprechstunden sowie Fall- und Teamsupervisonen prägten meinen Alltag und immer wieder Beratungen im Zwangskontext mit sehr eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten. Mit dem Aufbau des Gesundheitszirkels und dem Gesundheitsmanagement im Unternehmen schnupperte ich erneut in der präventiven Arbeit.

Wie der Koffer zu mir kam

In meiner Tätigkeit entwickelte ich mich zum „Mädchen für alles“. Während ich eines nachmittags im Vorzimmer meiner damaligen Chefin auf ein gemeinsames Gespräch wartete, hörte ich sie drinnen zu einem Abteilungsleiter sagen: „Übergib das einfach Cathleen. Die zaubert bestimmt was aus ihrem Köfferchen, was die Sache klärt.“ Während ich mich wie ein großes Pflaster fühlte, war auch klar – ich hatte inzwischen so viele Erfahrungen und so einen Stand im Unternehmen, dass der Zeitpunkt gekommen war, sich auf eigene Füße zu stellen. Und das Bild vom Koffer gefiel mir. Koffer begleiteten mich immer auf meinen vielen Reisen, faszinierten mich auf dem Dachboden meiner Tante, bewahrten Geschriebenes und meine unzähligen Fotos auf, hatten was geheimnisvolles, praktisches, ästhetisches. Man konnte in ihnen Dinge verstauen, verbergen, mit sich rumschleppen, auspacken, einpacken, sie konnten als Stütze dienen, schick aussehen, Ballast sein, den es abzuwerfen gilt.

Ja - der Koffer war mein Begleiter geworden und ist es geblieben.

Ich entschied mich, zu kündigen und erfüllte mir gleichzeitig einen Traum: Ich begann eine therapeutische Zusatzausbildung als systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin bei der Gesellschaft für systemischer Therapie (GST) in Berlin und wusste: Endlich bin ich angekommen!

Und was treibt mich außer der Arbeit sonst noch um

„Sie hat immer und überall Blumen und gibt ihr ganzes Geld dafür aus…“, so beschwerte sich mein damals 6-jähriger Sohn bei seinem Opa über eine meiner Leidenschaften. Ja, ich liebe unseren Garten in der Uckermark und meine Fensterbretter drinnen und draußen - alles, wo Blumen wachsen können, lässt mein Herz höherschlagen. Bereits in die sorgfältig vorbereiteten Beete meines Großvaters steckte ich alle Samen, die ich finden konnte und hegte und pflegte, was daraus keimte. Ich bin glücklich auf dem Land und in der Natur. Die Aussicht darauf, spontan ans Meer zu fahren, in der Natur zu übernachten, dem Regen zu zu hören, im Gartenstuhl ein gutes Buch zu lesen, drinnen oder draußen am Feuer zu sitzen, zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht.

Auf meinen vielen Reisen rund um den Globus faszinierten mich die Regenwälder, die Wüsten, die Ozeane und das Leben in Einfachheit auf dem Land immer mehr als große Metropolen und offiziell Sehenswertes.

Meinen Partner traf ich als ich 30 Jahre alt war. Gemeinsam wurden wir Eltern eines wunderbaren hochsensiblen Jungen. Meiner Familie verdanke ich zudem die Erfahrung, dass sich gemeinsam auf etwas einzulassen ein Wagnis ist, woraus große Verbindungen entstehen können, die mich in unserer gemeinsamen Zeit wachsen ließen.

Stolz bin ich auf die mutige Entscheidung von meinem Lebensgefährten und mir, vor 19 Jahren ein Grundstück in der Uckermark erworben zu haben, spartanisch darauf am Wochenende zu leben und Stück für Stück mit den eigenen Händen altes, bereits vorhandenes wieder zum Leben zu erwecken, neues zu integrieren und es so zu einem gemeinsamen Platz für Freunde und Familie zu entwickeln. In den letzten Jahren kamen zwei Fellkinder hinzu, die das Leben auf dem Land und in der Stadt komplett machen.

Tanzen und Musik berühren mein Herz und gehören zu meinem Leben. Nach einem langen Arbeitstag die Musik aufdrehen und danach zu tanzen hilft mir, zu entspannen und gleichzeitig Kraft zu tanken. Große Freude empfinde ich beim Kochen – gemeinsam aber auch allein. Für mich gibt es keine schönere Aussicht auf einen perfekten Abend: Ein gemeinsames Essen und ein gutes Gespräch mit Freunden – nun ja, ein Kartenspiel könnte das Ganze noch krönen. Spielen ist auch noch so eine Leidenschaft von mir…und wenn ich so auf mein bisheriges Leben zurückschaue, kommen bestimmt noch einige Leidenschaften hinzu.